Der Alltag und die Herausforderungen pflegender Angehöriger
Die Pflege eines geliebten Menschen bedeutet, sich um viele Dinge gleichzeitig zu kümmern: Gesundheit, Sicherheit, Therapien, Organisation des Alltags. Aber allzu oft bedeutet es auch, sich selbst in den Hintergrund zu stellen. Genau in diesem fragilen Gleichgewicht zwischen „für den anderen da sein” und „sich selbst nicht vergessen” liegt die grösste Gefahr für diejenigen, die täglich einen Angehörigen pflegen: das Burnout der Pflegeperson.
Der typische Tag einer Pflegeperson
Maria wacht um 5:30 Uhr morgens auf, wie jeden Tag seit drei Jahren. Nicht aus freien Stücken, sondern weil ihre Mutter, die im Obergeschoss wohnt, immer früher aufsteht, verwirrt und unruhig ist. Bevor sie zur Arbeit geht, muss Maria sicherstellen, dass ihre Mutter ihre Medikamente genommen, gefrühstückt und sich angemessen angezogen hat. In der Mittagspause eilt sie nach Hause, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist. Am Abend, nach einem Arbeitstag, beginnt die „zweite Schicht”: Abendessen, Medikamente, Körperpflege und oft schlaflose Nächte, weil sie ständig aufwachen.
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Maria ist keine Krankenschwester, keine Sozialarbeiterin, sie hat sich nicht für diesen Beruf entschieden. Und doch ist sie seit drei Jahren all das und noch viel mehr geworden. Sie ist eine familiäre Pflegekraft geworden, eine zentrale Figur in der Pflege von pflegebedürftigen Familienangehörigen, eine der wichtigsten und am wenigsten anerkannten Figuren in unserem Gesundheitssystem.
Die Zahlen zur Pflege in der Schweiz
Marias Geschichte ist die Geschichte von Tausenden von Menschen im Tessin und in der ganzen Schweiz. Nach Angaben des Bundesamtes für Statistik leisten über 600.000 Menschen in der Schweiz regelmässig Pflege für pflegebedürftige Familienangehörige. Davon sind 70 % Frauen, und die meisten verbinden diese Aufgabe mit einer Vollzeitbeschäftigung und anderen familiären Verpflichtungen. Es handelt sich grösstenteils um pflegende Angehörige, die täglich eine kontinuierliche Pflege gewährleisten, oft ohne strukturierte Unterstützung.
Wenn Liebe zu Stress wird: Burnout bei Pflegekräften
Familienangehörige zu pflegen ist ein Akt ausserordentlicher Liebe, aber auch eine der schwierigsten und stressigsten Aufgaben, denen sich ein Mensch stellen kann. Viele Pflegekräfte übernehmen diese Rolle ohne spezielle Ausbildung und ohne formale Anforderungen und lernen „vor Ort”, wie man sich um andere kümmert.
Und wenn der Stress chronisch wird, wenn die Ressourcen erschöpft sind, wenn die pflegende Person selbst Pflege benötigt, spricht man von einem Burnout der Pflegeperson.
Was ist ein Burnout der Pflegeperson: Bedeutung und Merkmale
Burnout der Pflegeperson: nicht nur Müdigkeit
Ein Burnout der Pflegeperson ist nicht einfach nur Müdigkeit nach einem anstrengenden Tag. Es ist ein Zustand körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung, der durch anhaltenden und intensiven Stress im Zusammenhang mit der Pflege eines geliebten Menschen verursacht wird. Es handelt sich um eine klinisch anerkannte Erkrankung mit spezifischen Symptomen und schwerwiegenden Folgen sowohl für die Pflegekraft als auch für die gepflegte Person. In diesem Sinne bedeutet der Begriff „Burnout der Pflegekraft” ein echtes Burnout-Syndrom und nicht eine normale Phase der Erschöpfung.
Der Begriff „Burnout” wurde in den 1970er Jahren vom Psychologen Herbert Freudenberger geprägt, um die berufliche Erschöpfung von Gesundheitspersonal zu beschreiben. Später hat die Forschung gezeigt, dass dieses Phänomen auch pflegende Angehörige betrifft, oft sogar noch stärker, da sie keine Möglichkeit haben, sich von ihrer Arbeit zu „lösen”.
Im Gegensatz zum beruflichen Burnout gibt es bei der familiären Pflege keine festen Arbeitszeiten oder Pausen.
Von Pflegestress zu Erschöpfung
Im Laufe der Zeit kann Pflegestress, insbesondere der Stress im Zusammenhang mit der Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen, zu einer tiefen Erschöpfung führen. Die ständigen Anforderungen, die ständige Verantwortung und die emotionale Bindung machen Pflegekräfte besonders anfällig für eine Form von chronischem Stress, der zu Burnout führen kann.
Dieser Übergang erfolgt nicht plötzlich, sondern durch eine fortschreitende Anhäufung von körperlicher und emotionaler Erschöpfung, die oft unterschätzt oder als „Teil der Rolle” angesehen wird.
Die drei Dimensionen des Burnouts bei Pflegekräften
Das Burnout bei Pflegekräften manifestiert sich in drei Hauptdimensionen:
- Emotionale Erschöpfung
Es ist das Gefühl, emotional ausgelaugt zu sein, keine Energie mehr für die Pflege aufbringen zu können. Die Pflegekraft fühlt sich von den ständigen Anforderungen überfordert und hat das Gefühl, nicht mehr das geben zu können, was der geliebte Mensch erwartet. - Depersonalisierung
Der Pflegende beginnt, eine zynische oder distanzierte Haltung gegenüber der gepflegten Person zu entwickeln. Was früher mit Liebe und Hingabe getan wurde, wird nun als Belastung, als Verpflichtung empfunden. Der geliebte Mensch wird eher als „Fall” angesehen, um den man sich kümmern muss, als als Mensch, den man lieb. - Verminderte persönliche Erfüllung
Der Pflegende verliert das Gefühl der Wirksamkeit und Zufriedenheit in seiner Rolle. Er hat das Gefühl, nicht gut genug zu sein, nie genug zu tun, ständig in seiner Aufgabe zu versagen.
Risikofaktoren für Burnout bei Pflegenden
Nicht alle Pflegenden entwickeln ein Burnout, aber bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko erheblich.
Faktoren im Zusammenhang mit der gepflegten Person:
- Schweregrad der Krankheit oder Behinderung
- Vorliegen von Verhaltensstörungen (Aggressivität, Unruhe)
- Kognitive Verschlechterung (Demenz, Alzheimer)
- Dauer der Krankheit
- Unvorhersehbarkeit der Symptome
Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie mit kognitivem Verfall umgehen und die Lebensqualität zu Hause verbessern können.
Faktoren im Zusammenhang mit der Pflegekraft:
- Weibliches Geschlecht (Frauen haben ein höheres Risiko)
- Fortgeschrittenes Alter der Pflegeperson
- Gesundheitliche Probleme der Pflegeperson
- Mangelnde Erfahrung in der Pflege
- Perfektionistische oder ängstliche Persönlichkeit
- Persönliche Vorgeschichte mit Depressionen oder Angstzuständen
Umwelt- und soziale Faktoren:
- Soziale Isolation
- Mangelnde familiäre Unterstützung
- Begrenzte finanzielle Mittel
- Familiäre Konflikte
- Mangelnde Unterstützungsangebote
- Soziales Stigma
Die stillen Anzeichen eines familiären Burnouts
Das Erkennen der Anzeichen eines Burnouts ist entscheidend, um rechtzeitig eingreifen zu können. Oft werden diese Anzeichen unterschätzt oder der normalen Belastung durch die Pflege zugeschrieben, aber sie sind wichtige Indikatoren für eine Überlastung, die nicht ignoriert werden sollte.
Körperliche Symptome des Burnouts bei Pflegekräften
Der Körper sendet oft als erstes Alarmsignale aus. Die Symptome des Burnouts bei Pflegekräften können sich schleichend entwickeln und Teil des Alltags werden.
- Chronische Müdigkeit
Eine Müdigkeit, die auch durch Ruhe nicht verschwindet, die schon beim Aufwachen vorhanden ist und sich im Laufe des Tages verschlimmert. - Schlafstörungen
Schwierigkeiten beim Einschlafen, häufiges Aufwachen, nicht erholsamer Schlaf. Oft wacht die Pflegekraft schon mit Gedanken an all das auf, was sie zu tun hat. - Magen-Darm-Probleme
Magenschmerzen, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder im Gegenteil zwanghaftes Essen. - Häufige Kopfschmerzen
Spannungskopfschmerzen, die chronisch werden können. - Muskel-Skelett-Probleme
Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterschmerzen, oft verbunden mit ständiger Anspannung und falscher Körperhaltung während der Pflege. - Verminderte Immunabwehr
Erhöhte Anfälligkeit für Erkältungen, Grippe und andere Infektionen. - Herz-Kreislauf-Probleme
Bluthochdruck, Herzklopfen, erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen.
Emotionale und kognitive Symptome
Neben den körperlichen Anzeichen äussert sich Burnout auch in emotionaler und kognitiver Hinsicht. Diese Symptome des Burnouts sind oft am schwierigsten zu erkennen und zu akzeptieren.
- Reizbarkeit und Wut
Unverhältnismässige Reaktionen auf kleine Probleme, Verlust der Geduld, Wutausbrüche, gefolgt von Schuldgefühlen. - Traurigkeit und Depression
Gefühle der Hoffnungslosigkeit, häufiges Weinen, Verlust des Interesses an Aktivitäten, die zuvor Freude bereiteten. - Angst und ständige Sorge
Übermässige Sorge um die Gesundheit der betreuten Person, vorweggenommene Angst vor dem, was passieren könnte. - Schuldgefühle
Schuldgefühle, weil man nicht genug tut, weil man negative Gefühle hat, weil man sich wünscht, woanders zu sein. - Gefühl, gefangen zu sein
Das Gefühl, keine Wahl zu haben, Gefangener der Situation zu sein, keinen Ausweg zu sehen. - Verlust der Hoffnung
Das Gefühl, dass sich die Situation nie verbessern wird, dass es keine Zukunft jenseits der Pflege gibt. - Konzentrationsschwierigkeiten
Unfähigkeit, sich auch auf einfache Aufgaben zu konzentrieren. - Gedächtnisprobleme
Vergessen von Terminen, Medikamenten, wichtigen Aufgaben. - Negatives Denken
Neigung, alles pessimistisch zu sehen, zu katastrophisieren. - Entscheidungsschwierigkeiten
Entscheidungsparalyse auch bei einfachen Entscheidungen. - Zwangsgedanken
Ständiges Grübeln über Probleme, ohne Lösungen zu finden.
Verhaltenssignale, die nicht ignoriert werden sollten
Das Burnout des Pflegepersonals wirkt sich auch auf das tägliche Verhalten aus, oft auf allmähliche Weise.
- Soziale Isolation
Allmähliche Verringerung der sozialen Kontakte, Ablehnung von Einladungen, Verlust des Interesses an Beziehungen. - Aufgabe von Hobbys und Interessen
Aufgabe von Aktivitäten, die zuvor Freude und Befriedigung bereiteten. - Erhöhter Konsum von Alkohol oder Medikamenten
Versuch der Selbstmedikation, um Stress und Ängste zu bewältigen. - Vernachlässigung der eigenen Gesundheit
Auslassen von Arztterminen, Vernachlässigung der eigenen Gesundheit, Ignorieren der eigenen Symptome. - Veränderungen des Appetits
Appetitlosigkeit oder im Gegenteil zwanghaftes Essen.

Die Folgen des Burnouts: ein Risiko für die Pflegeperson und die gepflegte Person
Burnout ist nicht nur ein vorübergehendes Problem, das sich von selbst löst. Wenn es nicht behandelt wird, kann es schwerwiegende und dauerhafte Folgen haben, die nicht nur die Pflegeperson, sondern auch die gepflegte Person und die gesamte Familie betreffen. So entsteht ein echter Teufelskreis, der ohne geeignete Massnahmen nur schwer zu durchbrechen ist.
Wenn die Pflegekraft krank wird
Burnout kann die Gesundheit der Pflegekraft stark beeinträchtigen und dazu führen, dass die Pflegekraft selbst pflegebedürftig wird.
- Körperliche Gesundheitsprobleme
Burnout erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Immunprobleme und Magen-Darm-Beschwerden erheblich. - Psychische Störungen
Schwere Depressionen, Angststörungen und Schlafstörungen können chronisch werden und eine fachärztliche Behandlung erfordern. - Beziehungsprobleme
Burnout kann die Beziehungen zu Partner, Kindern und Freunden beeinträchtigen und die soziale Isolation weiter verstärken. - Probleme am Arbeitsplatz
Konzentrationsschwierigkeiten, Fehlzeiten und Leistungsabfall können die berufliche Karriere gefährden. - Finanzielle Probleme
Behandlungskosten, Einkommensrückgang und medizinische Ausgaben können zu erheblichen finanziellen Schwierigkeiten führen.
Wenn sich die Qualität der Pflege verschlechtert
Das Burnout des Pflegepersonals hat auch direkte Auswirkungen auf die Qualität der Pflege, die der pflegebedürftigen Person zuteilwird.
- Verringerung der Pflegequalität
Ein erschöpftes Pflegepersonal kann Fehler machen, Medikamente vergessen oder wichtige Aspekte der täglichen Pflege vernachlässigen. - Erhöhtes Missbrauchsrisiko
Auch wenn sie unbeabsichtigt sind, können extreme Stresssituationen zu unangemessenem oder missbräuchlichem Verhalten führen, insbesondere in Situationen, in denen die Betroffenen besonders schutzbedürftig sind. - Verschlechterung des Gesundheitszustands
Eine unzureichende oder unregelmässige Pflege kann zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustands der gepflegten Person führen. - Erhöhtes Risiko der Einweisung in eine Einrichtung
Wenn die Pflegeperson die Pflege nicht mehr bewältigen kann, scheint die Unterbringung in einer Einrichtung die einzig mögliche Lösung zu sein.
Auswirkungen auf die gesamte Familie
Das Burnout der Hauptpflegeperson bleibt nie ein individuelles Problem, sondern wirkt sich auf die ganze Familie aus.
- Familiäre Spannungen
Es kann zu Konflikten zwischen Geschwistern, Problemen in der Partnerschaft und Schwierigkeiten bei der Kindererziehung kommen. - Neuverteilung der Rollen
Andere Familienmitglieder können gezwungen sein, Verantwortung zu übernehmen, auf die sie nicht vorbereitet sind. - Finanzielle Probleme der Familie
Die Kosten für die Pflege und die Verringerung des Einkommens wirken sich auf das finanzielle Gleichgewicht der gesamten Familie aus. - Übertragung von Stress
Der Stress der Hauptpflegeperson überträgt sich tendenziell auf andere Familienmitglieder und schafft ein Klima allgemeiner Anspannung.
Wie man Burnout bei pflegenden Angehörigen vorbeugen kann
Burnout vorbeugen bedeutet, zu handeln, bevor der Stress chronisch wird. Zu wissen, wie man Burnout vorbeugen oder wie man Burnout vermeiden kann, bedeutet nicht, die Schwierigkeiten der Pflege zu beseitigen, sondern zu lernen, sie auf eine nachhaltigere Weise zu bewältigen.
Seine Grenzen zu erkennen ist kein Versagen
Der erste Schritt zur Vorbeugung von Burnout besteht darin, anzuerkennen, dass die Pflege eines Angehörigen eine der schwierigsten Aufgaben der Welt ist und dass es normal ist, sich überfordert zu fühlen. Um Hilfe zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Weisheit.
- Die eigene Menschlichkeit akzeptieren
Niemand ist perfekt, niemand kann alles alleine schaffen. Es ist normal, Frustration, Wut und Traurigkeit zu empfinden. Diese Gefühle machen Sie nicht zu schlechten Menschen, sondern zu menschlichen Menschen. - Die eigenen Bedürfnisse anerkennen
Auch Pflegekräfte haben Bedürfnisse: nach Ruhe, Freizeit, Geselligkeit und persönlicher Erfüllung. Diese Bedürfnisse sind nicht egoistisch, sondern notwendig, um weiterhin für andere sorgen zu können. - Realistische Grenzen setzen
Man kann nicht rund um die Uhr verfügbar sein. Es ist wichtig, klare Grenzen zu setzen, was man tun kann und was nicht.
Ein Unterstützungsnetzwerk aufbauen
Niemand sollte die Rolle des Pflegers alleine bewältigen müssen. Der Aufbau eines soliden Unterstützungsnetzwerks ist entscheidend, um die Belastung zu verringern und Burnout zu verhindern.
- Andere Familienmitglieder einbeziehen
Auch wenn Sie der Hauptpfleger sind, können andere Familienmitglieder einen Beitrag leisten. Es ist wichtig, die Verantwortlichkeiten gerecht zu verteilen. - Ein Netzwerk von Freunden aufbauen
Freundschaften zu pflegen ist entscheidend. Freunde können emotionale Unterstützung, praktische Hilfe und Momente der Entspannung bieten. - Nehmen Sie an Selbsthilfegruppen teil
Selbsthilfegruppen für Pflegekräfte bieten die Möglichkeit, Erfahrungen mit Menschen auszutauschen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. - Nutzen Sie professionelle Dienste
Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein häuslicher Pflegedienst kann die Pflegebelastung erheblich verringern und konkret dazu beitragen, einem Burnout der Pflegekraft vorzubeugen.
Sich um sich selbst kümmern, um sich weiterhin um andere kümmern zu können
Um sich um andere kümmern zu können, ist es unerlässlich, sich um sich selbst zu kümmern. Das Wohlbefinden der Pflegeperson ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine qualitativ hochwertige Pflege.
- Einen gesunden Lebensstil pflegen
Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige körperliche Aktivität und ausreichend Schlaf sind die Grundlage für körperliches und emotionales Wohlbefinden. - Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst
Schon 30 Minuten pro Tag, die Sie einer angenehmen Tätigkeit widmen, können auf lange Sicht einen Unterschied machen. - Pflegen Sie Ihre Interessen und Hobbys
Geben Sie die Aktivitäten, die Ihnen Spass machen, nicht vollständig auf. Sie sind wichtig für Ihr seelisches Gleichgewicht und Ihre Identität. - Pflegen Sie Ihre sozialen Beziehungen
Isolieren Sie sich nicht. Der Kontakt zu Freunden und Familienangehörigen hilft, das Gefühl der Einsamkeit zu verringern. - Suchen Sie professionelle Hilfe
Wenn Sie sich überfordert fühlen, zögern Sie nicht, einen Psychologen aufzusuchen. Um Hilfe zu suchen ist ein wesentlicher Bestandteil einer wirksamen Präventionsstrategie.
Wie man mit Burnout umgeht, wenn er bereits vorhanden ist
Wenn Burnout bereits vorhanden ist, besteht das Ziel nicht darin, „mehr durchzuhalten”, sondern zu verstehen, wie man mit Burnout konkret und nachhaltig umgeht. Für viele Pflegekräfte ist diese Phase die schwierigste, in der es notwendig wird, ihre Rolle und die Art der Pflege grundlegend zu überdenken.
Das Problem erkennen
Der erste Schritt zur Bewältigung eines Burnouts ist, zu erkennen, dass er existiert. Oftmals spielen Pflegekräfte ihre Symptome herunter oder führen sie auf äussere Ursachen zurück. Es ist wichtig, ehrlich zu sich selbst zu sein und zu erkennen, wann man Hilfe braucht.
Dieser Schritt ist auch entscheidend, um die emotionale Belastung durch die Pflege zu überstehen und zu verhindern, dass die Erschöpfung chronisch wird.
Professionelle Hilfe suchen
Das Burnout von Pflegekräften ist ein ernstzunehmender Zustand, der oft die Hilfe von qualifizierten Fachleuten erfordert.
- Psychologische Unterstützung
Ein spezialisierter Psychologe oder Psychotherapeut kann dabei helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln, mit Stress umzugehen und schwierige Gefühle im Zusammenhang mit der kontinuierlichen Pflege zu verarbeiten. - Medizinische Unterstützung
Wenn erhebliche körperliche Symptome vorliegen, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um Gesundheitsprobleme auszuschliessen und gegebenenfalls eine geeignete Behandlung zu beginnen. - Psychiatrische Unterstützung
In einigen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung zur Bewältigung von Depressionen oder Angstzuständen im Zusammenhang mit Burnout angezeigt sein.
Die häusliche Pflege neu organisieren
Oft ist Burnout ein Zeichen dafür, dass die derzeitige Organisation der Pflege auf lange Sicht nicht mehr tragbar ist.
· Verantwortlichkeiten neu verteilen
Die Einbeziehung anderer Familienmitglieder, Freunde oder Nachbarn in die Pflege kann die Belastung für die Hauptpflegeperson verringern.
· Professionelle Dienste in Anspruch nehmen
Die Inanspruchnahme von häuslichen Pflegediensten mit Unterstützung durch qualifizierte Fachkräfte kann die Pflegebelastung erheblich verringern und die Qualität der Pflege verbessern.
· Alternative Lösungen in Betracht ziehen
In einigen Fällen kann es notwendig sein, Lösungen wie eine Tagesstätte oder vorübergehend eine Entlastungspflege in Betracht zu ziehen, damit die Pflegekraft neue Energie tanken kann.
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Techniken zum Stressmanagement
Neben der Neuorganisation der Pflege gibt es verschiedene Strategien, um den mit der Pflege verbundenen Stress zu bewältigen.
- Entspannungstechniken
Tiefes Atmen, progressive Muskelentspannung und Meditation können helfen, angesammelte Spannungen abzubauen. - Achtsamkeit
Das Praktizieren von Achtsamkeit fördert ein grösseres Bewusstsein für die Gegenwart und reduziert die Angst vor der Zukunft. - Körperliche Aktivität
Schon ein einfacher täglicher Spaziergang kann dazu beitragen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern. - Kreativer Ausdruck
Schreiben, Malen oder das Spielen eines Instruments können wirksame Mittel sein, um Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten.
Die Unterstützung von CAD Healthcare für pflegende Angehörige
Wir bei CAD Healthcare wissen, dass wir, wenn wir eine Person betreuen, auch ihre Familie betreuen. Pflegende Angehörige sind unsere wichtigsten Partner, und ihr Wohlbefinden ist für den Erfolg der häuslichen Pflege von entscheidender Bedeutung.
Aus diesem Grund ist die Unterstützung von Pflegekräften ein integraler Bestandteil unseres Interventionsmodells.
Schulung, Entlastung und psychologische Unterstützung
Wir bieten eine umfassende Palette von Dienstleistungen, die speziell darauf ausgerichtet sind, pflegende Angehörige in ihrer täglichen Rolle zu unterstützen.
- Schulung und Ausbildung
Wir organisieren Kurse, in denen Angehörigen grundlegende Pflegetechniken, der Umgang mit Medikamenten und das Erkennen von Warnsignalen vermittelt werden.
Schulungskurse für pflegende Angehörige helfen ihnen, mehr Sicherheit und Kompetenz im Umgang mit der Pflege zu erlangen. - Psychologische Unterstützung
Wir stellen Psychologen zur Verfügung, die auf die Unterstützung von pflegenden Angehörigen spezialisiert sind und ihnen beim Umgang mit Stress und emotionaler Belastung helfen. - Entlastungsdienste
Wir bieten vorübergehende Betreuungsdienste an, damit Pflegekräfte sich eine Auszeit nehmen, neue Energie tanken und Burnout vorbeugen können. - Beratung und Orientierung
Unsere Fachleute stehen jederzeit mit Rat, Orientierung und Unterstützung bei komplexen Entscheidungen zur Verfügung. - Selbsthilfegruppen
Wir organisieren Selbsthilfegruppen, in denen Pflegekräfte ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten und Strategien mit Menschen austauschen können, die sich in ähnlichen Situationen befinden.
Ein integrierter Ansatz, der die ganze Familie schützt
Unser Ansatz beschränkt sich nicht auf die direkte Betreuung der Person, sondern betrachtet das gesamte Familiensystem als Teil des Pflegeprozesses.
- Gesamtbewertung
Wir bewerten nicht nur die Bedürfnisse der betreuten Person, sondern auch die der Familie und der Hauptpflegeperson. - Familienpflegeplan
Wir erstellen Pflegepläne, die die Ressourcen, Grenzen und das Gesamtgleichgewicht der Familie berücksichtigen. - Koordination der Dienstleistungen
Wir koordinieren alle notwendigen Dienstleistungen, um die organisatorische Belastung der Familienangehörigen zu verringern und die Kontinuität der Pflege zu gewährleisten. - Kontinuierliche Überwachung
Wir überwachen im Laufe der Zeit das Wohlbefinden der gesamten Familie, nicht nur der betreuten Person, um Anzeichen von Schwierigkeiten oder Überlastung frühzeitig zu erkennen.
Echte Geschichten: Wenn Unterstützung den Unterschied macht
Hinter jedem Weg der häuslichen Pflege stehen Menschen, Familien und konkrete Geschichten. Sie zu erzählen bedeutet, den pflegenden Angehörigen eine Stimme zu geben und zu zeigen, wie eine angemessene Unterstützung die Lebensqualität aller tiefgreifend verändern kann.
Ein echter Fall – Elena
Vom Burnout zum Wohlbefinden
Elena, 52 Jahre alt, kümmerte sich seit vier Jahren um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter. Sie arbeitete in Teilzeit und widmete den Rest ihrer Zeit ihrer Mutter. Als sie sich an uns wandte, befand sie sich mitten in einem Burnout: Sie hatte seit Monaten nicht mehr geschlafen, litt unter Angstzuständen und hatte alle ihre Interessen aufgegeben.
Unsere Massnahme
Wir begannen mit einem Tagesbetreuungsdienst an drei Tagen in der Woche, damit Elena wieder Vollzeit arbeiten konnte. Wir organisierten zweimal pro Woche einen Nachtdienst, damit sie sich ausruhen konnte. Ausserdem zogen wir einen Psychologen hinzu, um ihr zu helfen, mit Stress und Schuldgefühlen umzugehen.
Die Ergebnisse
Nach sechs Monaten hatte Elena ihren Schlaf wiedergefunden, praktizierte wieder Yoga und hatte den Kontakt zu ihren Freundinnen wieder aufgenommen. Paradoxerweise hatte sich auch das Verhältnis zu ihrer Mutter verbessert: Da Elena weniger gestresst war, konnte sie geduldiger und liebevoller sein.
Ein echter Fall – Marco
Die Last teilen, um nicht allein zu bleiben
Marco, 45 Jahre alt, kümmerte sich um seinen Vater, der an Diabetes und Herzerkrankungen litt. Seine Geschwister lebten weit weg, und er fühlte sich einsam und von den täglichen Aufgaben überfordert.
Unsere Massnahme
Wir organisierten ein Familientreffen, um die Aufgaben neu zu verteilen. Alle Geschwister wurden in Notfallmanagement und Medikamentengabe geschult. Ausserdem richteten wir ein Rotationssystem für Besuche und eine WhatsApp-Gruppe für die Kommunikation ein.
Die Ergebnisse
Die Belastung für Marco wurde deutlich reduziert. Die Geschwister begannen, sich aktiv an der Pflege ihres Vaters zu beteiligen, und Marco konnte einige seiner persönlichen Aktivitäten wieder aufnehmen.
Ein echter Fall – Anna
Ein neues familiäres Gleichgewicht finden
Anna, 38 Jahre alt, kümmerte sich um ihren Mann nach einem Schlaganfall und zog gleichzeitig zwei kleine Kinder gross. Sie fühlte sich völlig überfordert und entwickelte depressive Symptome.
Unsere Massnahme
Wir haben einen umfassenden häuslichen Pflegedienst für den Ehemann bereitgestellt, sodass Anna sich auf die Kinder konzentrieren konnte. Wir haben psychologische Unterstützung für die ganze Familie organisiert und die Grosseltern in die Betreuung der Kinder einbezogen.
Die Ergebnisse
Anna konnte ein Gleichgewicht zwischen ihren verschiedenen Rollen wiederfinden. Die Kinder erhielten mehr Aufmerksamkeit, ihr Mann profitierte von einer kontinuierlichen professionellen Betreuung und Anna konnte sich endlich auch um sich selbst kümmern.
Burnout bei Pflegekräften verhindern: eine Investition in Mensch und Gesundheit
Die Vorteile der Prävention
Die Prävention von Burnout bei Pflegekräften ist nicht nur ein Zeichen der Aufmerksamkeit gegenüber denen, die sich um unsere Angehörigen kümmern, sondern eine kluge Investition für alle:
- Für die Pflegekraft: bessere Lebensqualität, Erhalt der körperlichen und geistigen Gesundheit, Möglichkeit, andere Rollen und Interessen beizubehalten.
- Für die gepflegte Person: hochwertigere Pflege, harmonischere Beziehung zur Pflegekraft, grössere Stabilität in der Pflege.
- Für die Familie: Abbau von Spannungen, bessere Verteilung der Verantwortlichkeiten, Erhalt der familiären Beziehungen.
- Für das Gesundheitssystem: Senkung der Kosten für vermeidbare Krankenhausaufenthalte, geringere Inanspruchnahme von Notfalldiensten, Verzögerung der Einweisung in Pflegeeinrichtungen.
Die Kosten der Nichtintervention
Nicht zu intervenieren, wenn eine Pflegekraft unter Burnout leidet, verursacht hohe Kosten für alle:
- Gesundheitskosten: Anstieg der Krankenhausaufenthalte, vermehrte Inanspruchnahme von Notfalldiensten, Verschlechterung des Gesundheitszustands beider.
- Soziale Kosten: Verlust der Arbeitsproduktivität, vermehrte Inanspruchnahme von Sozialleistungen, erhöhter Bedarf an Institutionalisierung.
- Menschliche Kosten: vermeidbares Leiden, Verschlechterung der familiären Beziehungen, Verlust an Lebensqualität.
Technologie und Innovation im Dienste der Pflegekräfte
Digitale Tools und Überwachung
Technologie kann ein wertvoller Verbündeter für pflegende Angehörige sein, indem sie die Arbeitsbelastung und Ängste reduziert:
- Überwachungssysteme: Geräte, die die gepflegte Person ständig überwachen und bei Problemen Alarm auslösen.
- Apps für das Pflegemanagement: Anwendungen zur Verfolgung von Medikamenten, Terminen und Symptomen.
- Kommunikationssysteme: Plattformen für die einfache Kommunikation mit medizinischen Fachkräften.
- Sicherheitsvorrichtungen: Alarmanlagen, Sturzmelder, Überwachungskameras.
Erfahren Sie, wie der fortschrittliche Notrufdienst in der Schweiz und die kontinuierlicheTelemonitoring-Überwachung die Arbeitsbelastung und Ängste reduzieren können
Die Innovation von CAD Healthcare für Familien
CAD Healthcare entwickelt konkrete Lösungen zur Unterstützung von Pflegekräften:
- Integrierte digitale Plattform: Echtzeit-Überwachung, Kommunikation mit Fachleuten, Zugang zu Bildungsressourcen.
- Intelligente Alarmsysteme: Benachrichtigungen nur bei Bedarf, weniger Angst vor Fehlalarmen.
- Telemedizin für Familien: Teilnahme an Besuchen auch aus der Ferne.
- Virtuelle Realität für Schulungen: immersive und sichere Tools zur Schulung von Pflegekräften.
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Die Zukunft der Unterstützung für Pflegekräfte
Die Unterstützung für pflegende Angehörige entwickelt sich rasch weiter, mit neuen Trends und einer klaren Vision für die Zukunft.
Neue Trends:
- Institutionelle Anerkennung der Rolle der Pflegekraft und Entwicklung von Unterstützungsmassnahmen.
- Integration von Pflegekräften in das Gesundheitswesen mit klar definierten Rollen und Verantwortlichkeiten.
- Individuelle Unterstützung, die auf die spezifischen Bedürfnisse jeder Familie zugeschnitten ist.
- Einsatz künstlicher Intelligenz zur Früherkennung von Burnout-Symptomen und zur Empfehlung gezielter Massnahmen.
Die Vision von CAD Healthcare:
- Integrierte Familienbetreuung, die die Bedürfnisse aller Familienmitglieder berücksichtigt.
- Proaktive Prävention von Stress bei Pflegekräften.
- Vollständig auf die Bedürfnisse jeder Familie zugeschnittene Unterstützung.
- Schaffung von Gemeinschaften von Pflegekräften, die sich gegenseitig unterstützen, unterstützt durch Technologie, aber basierend auf authentischen menschlichen Beziehungen.
Fazit: Sich um diejenigen kümmern, die sich um andere kümmern
Eine familiäre Pflegekraft zu sein, ist eine der reinsten und grosszügigsten Liebeshandlungen, die es gibt. Es ist auch eine der schwierigsten und stressigsten Aufgaben, denen sich ein Mensch stellen kann. Das Burnout von Pflegekräften ist kein Zeichen von Schwäche oder Versagen, sondern eine natürliche Folge einer übermässigen und anhaltenden Belastung.
Die Anzeichen eines Burnouts zu erkennen, bei Bedarf Hilfe zu suchen und die verfügbaren Ressourcen zu nutzen, ist kein Egoismus, sondern Verantwortung. Denn um sich weiterhin um andere kümmern zu können, ist es unerlässlich, sich selbst nicht zu vernachlässigen.
Wir bei CAD Healthcare glauben, dass sich kein Pflegender mit dieser Herausforderung allein gelassen fühlen sollte. Wir sind da, um sowohl die Menschen, die Pflege benötigen, als auch die Familien, die sich um sie kümmern, zu unterstützen. Wenn es einer Familie gut geht, geht es auch der gepflegten Person besser.
Die Botschaft ist einfach, aber grundlegend:
- Sie sind nicht allein.
- Um Hilfe zu bitten ist keine Schwäche, sondern Weisheit.
- Sich um sich selbst zu kümmern ist kein Egoismus, sondern eine Notwendigkeit.
Denken Sie daran: Das beste Geschenk, das Sie einem geliebten Menschen machen können, ist, gesund und ausgeglichen zu sein. Wahre Liebe bedeutet nicht, sich bis zur Erschöpfung aufzuopfern, sondern einen nachhaltigen Weg zu finden, um weiterhin zu lieben und zu pflegen – heute, morgen und an allen Tagen, die noch kommen werden.




